Island im September ist für mich einer der sinnvollsten Reisezeitpunkte, wenn man weite Landschaften, brauchbares Tageslicht und etwas mehr Ruhe als im Hochsommer sucht. Der Monat verbindet noch gut machbare Fahrten mit ersten klaren Nächten für Nordlichter, verlangt aber eine realistische Planung bei Wetter, Kleidung und Route. Genau darum geht es hier: was im September wirklich funktioniert, wo die Grenzen liegen und wie ich eine Reise so aufsetze, dass sie draußen angenehm bleibt.
Die wichtigsten Punkte für eine Reise nach Island im September
- September ist Schulterzeit: weniger Trubel als im Juli und August, aber meist noch gute Bedingungen für Rundreisen.
- Typisch sind etwa 6 bis 11 °C, dazu Wind, Regen und schnelle Wetterwechsel.
- Für Erstbesucher funktionieren Golden Circle und Südküste am zuverlässigsten.
- Das Hochland wird ab Mitte September heikel, weil viele F-Roads saisonal schließen können.
- Nordlichter werden wahrscheinlicher, sobald die Nächte dunkel und der Himmel klar sind.
- Schichtkleidung, wasserdichte Außenschicht und feste Schuhe sind Pflicht, nicht Kür.
Warum der Monat zwischen Sommer und Herbst so interessant ist
Ich mag diese Übergangszeit, weil sie in Island deutlich mehr Spielraum lässt als der reine Hochsommer. Die klassische Tourismussaison läuft zwar noch nach, aber die Wege, Aussichtspunkte und Unterkünfte wirken oft entspannter, und genau das macht die Reise für viele angenehmer. Gleichzeitig bleibt das Wetter lebendig genug, damit die Landschaft nicht steril wirkt: Wolken, Lichtwechsel und klare Momente wechseln sich schnell ab, und das passt erstaunlich gut zu diesem Land.
Wer nachhaltig und bewusst reist, profitiert im September zusätzlich davon, dass sich ein langsamerer Rhythmus besser durchhalten lässt. Ich plane dann lieber weniger Fahrkilometer pro Tag und mehr echte Stopps ein, statt eine Route nur aus Häkchen auf der Landkarte zu bauen. So bleibt mehr Zeit für kurze Wanderungen, heiße Quellen oder einfach einen ruhigen Blick auf die Küste. Genau deshalb lohnt es sich, die Route nicht nach Sehenswürdigkeiten allein, sondern nach Belastbarkeit zu denken.

Welche Route im September am meisten Sinn ergibt
Für eine Septemberreise nach Island würde ich die Route klar nach Wetterrobustheit auswählen. Nicht jede Gegend ist zu dieser Zeit gleich entspannt, und gerade das Hochland kann sich ab Mitte des Monats deutlich komplizierter anfühlen als noch auf den ersten Blick vermutet. Wer die Strecke passend wählt, erlebt mehr und rettet sich vor unnötigem Stress.
| Dauer | Route | Warum sie im September gut passt | Grenzen |
|---|---|---|---|
| 2 bis 4 Tage | Reykjavík + Golden Circle | Sehr gute Erstorientierung, wenig logistische Reibung, viele ikonische Stopps auf engem Raum | Weniger landschaftliche Tiefe, an einigen Hotspots noch viel Betrieb |
| 5 bis 7 Tage | Südküste bis Jökulsárlón | Wasserfälle, schwarze Strände, Gletscher und solide Infrastruktur auf einer sehr starken Strecke | Längere Fahrten und wetteranfällige Tage, daher Puffer einplanen |
| 8 bis 10 Tage | Teile der Ringstraße | Mehr Vielfalt, mehr Raum für ruhigere Stopps und eine rundere Rundreise | Nicht zu viele Orte pro Tag ansetzen, sonst kippt die Reise in reines Abfahren |
| ab 10 Tagen | Westfjorde oder Nordisland zusätzlich | Abgelegener, natürlicher und oft eindrucksvoll leer | Mehr Wetterabhängigkeit, längere Etappen und höhere Anforderungen an Planung |
Ein Punkt ist mir dabei wichtig: Für das Hochland würde ich mich im September nicht auf Wunschdenken verlassen. Viele F-Roads schließen saisonal ab Mitte September, und auf solchen Strecken ist die Lage ohnehin deutlich anspruchsvoller als auf normalen Straßen. Wer dort mit einem Mietwagen ohne passende Freigabe oder mit zu viel Selbstvertrauen unterwegs ist, riskiert schnell Ärger statt Abenteuer. Für die meisten Leser ist deshalb die Südküste die klügere Wahl als ein zu ehrgeiziger Abstecher ins Landesinnere.
Genau diese Priorisierung entscheidet im September mehr als jedes einzelne Highlight, und darum lohnt sich der Blick auf Wetter, Tageslicht und Kleidung als Nächstes.
Wetter, Tageslicht und Kleidung ohne Fehlkäufe planen
September in Island fühlt sich selten nach einem einzigen, sauberen Wettertyp an. Ich rechne eher mit einem Mix aus kühlen Morgenstunden, windigen Küstenpassagen und gelegentlichen Regenschauern, die sich im Tagesverlauf auch wieder verziehen können. Typisch sind Temperaturen im Bereich von etwa 6 bis 11 °C, aber der Wind macht den Unterschied: Am Meer wirken 8 Grad schnell deutlich kälter als im geschützten Tal.
| Situation | Was sinnvoll ist | Warum es hilft |
|---|---|---|
| Fahrten entlang der Küste | Wind- und regenfeste Jacke, warme Zwischenschicht | Der Wind ist oft der eigentliche Kältefaktor, nicht die Temperatur allein |
| Wanderungen | Feste, wasserdichte Schuhe mit gutem Profil | Wiesen, Lavafelder und feuchte Wege werden schnell rutschig |
| Abendliche Nordlichtsuche | Mütze, Handschuhe, zusätzliche Lage Fleece oder Merino | Man steht länger still, und genau dann friert man am schnellsten |
| Thermalbäder und Hot Pots | Badekleidung, kleines Handtuch, trockene Wechselkleidung | Geothermische Bäder gehören auch im September zu den besten Pausen |
Beim Tageslicht gilt für mich eine einfache Regel: Morgens fahren, mittags erleben, abends offen lassen. Anfang September sind die Tage noch lang genug für gute Etappen, gegen Monatsende wird es spürbar früher dunkel. Das ist kein Nachteil, wenn man es bewusst nutzt. Ich plane dann keine zu engen Programmpunkte mehr nach Sonnenuntergang, sondern lasse Raum für spontane Fotostopps, ein Bad im Pool oder eben einen Nordlichtversuch. Wer die Tageslänge ignoriert, hetzt sich am Ende nur unnötig durch die Landschaft.
Damit ist die Kleidung halbwegs sortiert, aber erst die Naturerlebnisse zeigen, warum der Monat für viele trotzdem mehr kann als nur „okayes Wetter“.
Welche Erlebnisse im September besonders gut funktionieren
Im September funktionieren vor allem Erlebnisse, die nicht auf perfektes Hochsommerwetter angewiesen sind. Das ist der große Vorteil dieser Zeit: Man muss nicht warten, bis alles ideal ist, sondern kann mit einer durchdachten Mischung aus Outdoor, Fahrtagen und flexiblen Abendplänen sehr viel aus der Reise holen.
- Nordlichter: Die Nächte werden dunkel genug, damit die Aurora realistisch wird. Entscheidend bleiben klare Himmel und möglichst wenig Lichtverschmutzung. Ich würde dafür eher einen ruhigen Abend auf dem Land einplanen als eine hektische Stadtnacht.
- Wasserfälle und Küstenabschnitte: Das ist die sichere Bank. Orte wie die Südküste oder bekannte Wasserfallstopps funktionieren auch bei wechselhaftem Wetter, weil sie gerade dann dramatisch wirken.
- Wandern auf niedriger bis mittlerer Höhe: Küstennahe und gut erreichbare Touren sind im September oft ideal. Hochlandtouren bleiben dagegen stark wetter- und straßenabhängig.
- Walbeobachtung: Je nach Region und Anbieter kann das im frühen Herbst sehr spannend sein. Man sollte nur keine perfekte Garantie erwarten, weil See, Wind und Sicht mitreden.
- Geothermische Bäder: Für mich gehört ein Bad im warmen Wasser fast immer dazu. Gerade wenn es draußen kühl und windig ist, bekommt dieser Kontrast eine ganz eigene Qualität.
Ich würde meine Reise nicht an einer einzigen „Kronenattraktion“ aufhängen, sondern an mehreren robusten Bausteinen. Das macht die Tour wetterfester und am Ende oft sogar schöner, weil Island dann nicht nur als Fotokulisse funktioniert, sondern als tatsächlich erlebbarer Ort. Genau dort liegt der Unterschied zwischen einer Liste an Stopps und einer Reise, an die man sich gern erinnert.
Budget, Buchung und die Fehler, die ich am häufigsten sehe
September ist keine Billigzeit, aber oft eine vernünftigere Zeit als der absolute Hochsommer. Unterkünfte und Mietwagen können etwas entspannter verfügbar sein, trotzdem bleibt Island teuer genug, dass frühes Buchen sinnvoll ist. Für eine unkomplizierte Selbstfahrerreise kalkuliere ich grob mit 180 bis 300 Euro pro Person und Tag, wenn Mietwagen, einfache bis mittlere Unterkunft und Essen zusammenkommen. Wer sehr sparsam reist, landet darunter; wer in beliebten Lagen wohnt oder viel auswärts isst, schnell darüber.
| Typischer Fehler | Besser so |
|---|---|
| Zu viele Kilometer pro Tag | Weniger Stopps, dafür mehr Zeit an den wirklich guten Orten |
| Hochland ohne Plan B | Immer eine alternative Küsten- oder West-Route mitdenken |
| Nur Sommerkleidung einpacken | Mehrere Schichten, wasserdichte Außenschicht, stabile Schuhe |
| Wetter ignorieren | Jeden Morgen neu prüfen und den Tagesplan flexibel halten |
| Unterkunft zu spät sichern | Gerade an der Südküste und rund um Reykjavík lieber früh reservieren |
Was ich außerdem oft sehe: Reisende überschätzen die Planbarkeit auf Island. Die Insel belohnt zwar gute Vorbereitung, aber sie mag keine starren Programme. Wer sich an einen zu engen Ablauf klammert, erlebt im schlechtesten Fall nur Frust. Wer dagegen bewusst mit Puffer reist, hat mehr vom Ort und weniger Konflikt mit dem Wetter. Das ist keine romantische Floskel, sondern auf dieser Insel schlicht praktische Vernunft.
Deshalb fasse ich die Septemberreise am liebsten als flexibles System auf: gute Basis, klare Prioritäten, aber genug Luft für Wind, Regen und spontane Chancen. Genau so wird die Route stabil, statt nur ambitioniert zu wirken.
So würde ich eine Septemberreise nach Island heute aufsetzen
Wenn ich heute eine Reise für diesen Monat plane, beginne ich mit einer einfachen Reihenfolge: zuerst Route, dann Unterkunft, dann die Tagesziele. Für die meisten passt eine Kombination aus Reykjavík, Golden Circle und Südküste am besten, weil sie stark genug für eine erste Reise ist und zugleich genug Reserve lässt, falls das Wetter umschlägt. Wer mehr Tage hat, kann die Ringstraße ausbauen oder den Norden ergänzen, sollte aber nicht jede freie Stunde mit Fahrzeit füllen.
- Ich plane mindestens einen wetterfreien Puffer ein, statt jeden Tag vollzupacken.
- Ich checke vor längeren Fahrten die Straßen- und Wetterlage neu.
- Ich buche Unterkunft und Mietwagen nicht erst auf den letzten Drücker.
- Ich lasse die Abende offen, wenn Nordlichter möglich sind.
- Ich nehme Badekleidung auch dann mit, wenn die Reise eher nach Naturtrip aussieht.
Unterm Strich ist September ein sehr starker Monat für Island, solange man ihn nicht wie einen warmen Spätsommer in Mitteleuropa behandelt. Wer wetterfest packt, realistisch fährt und nicht zu viel auf einmal sehen will, bekommt eine Reise mit viel Licht, viel Atmosphäre und oft erstaunlich wenig Touristenstress. Genau diese Mischung macht den Monat für mich so reizvoll.